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DAS SONNENLICHT WAR LAJOS TSCHELIGIS LEBENSELIXIR

Das Forum Würth in Chur zeigt ab heute Werke von Lajos Tscheligi. Der gebürtige Ungare hatte sein erstes Churer Atelier in den Räumen der heutigen Klibühni.
Von Maya Höneisen
Datum: 12.12.2014 00:00
Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden Ressort: Kultur GR

Chur. – Jeden Tag sei er in Chur auf dem Weg in die Kantonsschule am Atelier von Lajos Tscheligi an der Kirchgasse 14 vorbeigegangen, erinnert sich der Kunstmaler Robert Indermaur. Seine erste eigene Ausstellung habe er in Tscheligis Atelier eingerichtet. Ein Energiebündel sei Tscheligi gewesen, äusserst charmant, galant zu Frauen und ein begeisterter Künstler, erzählt Indermaur weiter. «Wir müssen brennen für die Kunst», habe er ihm mehr als nur einmal mit rollendem «r» gesagt. Als weitere Anekdote fügt Indermaur hinzu, Tscheligi habe gelegentlich Bilder an europäische Königshäuser geschickt, eines auch an Charles de Gaulle, wohl weil er den Nachweis «… im Besitz von …» als verkaufsfördernd betrachtet habe. Immerhin hatte Tscheligi eine vierköpfige Familie durchzubringen. 1973 übernahm Indermaur Tscheligis Atelier und gründete am selben Ort das Theater Klibühni mit.

Von Rudolf Steiner beeinflusst

Tscheligi kam 1957 als Flüchtling mit seiner Familie nach Chur. Er wurde 1913 in Budapest als Sohn eines Glasmalers und Kirchenrestaurators geboren. Geprägt wurde sein Leben von den Weltkriegen und dem Ungarnaufstand 1956. Damals malte er in einer naturalistischen Phase Porträts, bäuerliche Szenen und ungarische Landschaften, die bereits die Sehnsucht nach dem Licht ausdrückten.
Erst nach seinen ersten Jahren in Chur – er hatte sich mit Auftragsarbeiten und als Ausläufer einer Buchhandlung über Wasser gehalten – und der Verarbeitung der Kriegserlebnisse und der Gefangenschaft in Russland befreite sich Tscheligi vom Druck, Bilder zu malen, wie sie üblich und erlaubt waren, um überleben zu können. Er begann, das zu malen, was er selbst wollte. Unter anderem beeinflusst von Rudolf Steiners Philosophie der Ästhetik forschte er nach seelischen, spirituellen und emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten. Wichtigstes Thema in all seinen Werken war das Licht. In Chur traf man Tscheligi oft malend auf öffentlichen Plätzen. Der Liedermacher Walter Lietha erinnert sich gut an den Mann in Jeans und Turnschuhen und mit schulterlangem, weissem Haar. Die damalige Kunstszene habe sich öfters im Atelier an der Kirchgasse 14 getroffen, erzählt Lietha. Tscheligi sei ein sehr offener Mensch gewesen, gut assimiliert in Chur. Allerdings sei ihm neben Malern wie etwa Anny Vonzun und Otto Braschler wenig künstlerische Anerkennung zuteil geworden. Lietha meint sich auch daran zu erinnern, Tscheligi habe in seinem Atelier anfangs der Siebzigerjahre eine frühe Installation von Not Vital ausgestellt.
Ebenfalls in den Siebzigerjahren fasste Tscheligi in St. Moritz Fuss. Im «Posthotel» bewohnte er ein Atelier, in dem gerade einmal ein Bett und seine Arbeitsutensilien Platz fanden. Umgeben von der Natur und vor allem vom strahlenden Licht des Hochtals konnte er sich ganz seiner Inspiration hingeben. «Ich liebe die Sonne. Für mich ist sie die lebensspendende Kraft schlechthin», soll er einmal gesagt haben. Gekocht hat er vor dem Atelier auf dem Trottoir mit einem Gaskocher. Passanten habe er jeweils zur Gulaschsuppe eingeladen, erinnert sich Corina Huber, die Leiterin der Dokumentationsbibliothek in St. Moritz. Tscheligi sei in St. Moritz eine bekannte Grösse, lebenslustig, im Geist jung und öfters bei ihnen Zuhause zu Gast gewesen.

Remo A. Alig als Kurator
Inzwischen wurde Tscheligi in Honkong, den USA, Südamerika, England und Frankreich ausgestellt. Das Bündner Kunstmuseum widmete ihm nie eine Schau. Das holt das Forum Würth in Chur nun nach. Er habe Bild werden lassen, was er in sich getragen habe, erklärt Kurator Remo A. Alig. Tscheligi starb am 13. Juni 2003 in Chur. «Lajos Tscheligi – ein stiller Meister der metaphysischen Abstraktion». Bis 22. Mai 2015. Forum Würth, Chur. Datum: 12.12.2014 00:00 Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden Ressort: Kultur GR

Lajos Tscheligi und sein Lebenswerk

Datum: 12.12.2014 00:00  Quelle: Bündner Tagblatt

Mit einer retrospektiv angelegten Ausstellung zeigt das Forum Würth Chur Werke von Lajos Tscheligi (1913-2003). Das Leben und Oeuvre des ungarisch-schweizerischen Künstlers ist eng mit der Stadt Chur verbunden.

 

 

 

Ressort: Kultur

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